Internationalisierung als Prozess

Internationalisierung kann als Evolutionsprozess verstanden werden. Das Modell in der Abb. versucht parallel zu den einzelnen Formen, wobei wie bereits erwähnt die einzelnen Formen stufenweise einen unterschiedlichen Abhängigkeitsgrad zum Stammland ausmachen, beispielhaft die schrittweise Entwicklung der jeweiligen Funktionsbereiche zu veranschaulichen.

Beispiel für die Evolutionsphasen der Internationalisierung

Abb.: Beispiel für die Evolutionsphasen der Internationalisierung (Quelle: McKinsey in Becker, J. (2002), S. 327)

Diese Entwicklung der Internationalisierung ist auch von den gesammelten Wissen und Erfahrungen abhängig. Erst wenn die Unternehmen ausreichend Kenntnisse aufgebaut haben, können sie fachkundig den nächsten Schritt bewerkstelligen.
  1. In der ersten Stufe bestehen geringe Beziehungen zum Auslandsmarkt und das Auslandsgeschäft hat keinen Einfluss auf die Organisationsstruktur des Unternehmens.  Es werden vereinzelt indirekte Exporte durchgeführt.
  2. In der zweiten Stufe versucht das Unternehmen den Auslandsmarkt zu durchdringen, wobei oft eine Trennung vom nationalen Geschäft durch eine Exportabteilung erfolgt. Es werden direkte Exporte durchgeführt, welche durch strategische Allianzen in Form von Lizenz- oder Franchiseverträgen gedeckt werden.
  3. In der dritten Stufe erfolgt eine tiefere Marktdurchdringung, bei der das Unternehmen seine Organisationsstruktur an das Auslandsgeschäft anpasst und die Exportabteilung zu einem eigenständigen Funktionsbereich einrichtet. Die Gründung von Export-, Vertriebsniederlassungen und/oder Joint Ventures finden statt.
  4. In der vierten Stufe der Internationalisierung ereignet sich eine transferintensivere Form der Internationalisierung. Das Unternehmen gründet eigenständische Produktionsniederlassungen und integriert somit weitere Ressourcen (z.B. Kapital, Personal, Systeme) in die Tochtergesellschaft im Ausland.
  5. Die fünfte Stufe ist die transferintensivste Form der Internationalisierung. Es bildet sich ein weit verzweigtes Netzwerk mit der globalen Integration aller Aktivitäten. Dies bedarf oftmals der totalen Reorganisation des Unternehmens.
Bei diesen Schritten müssen die Unternehmen auch den zunehmenden Kontroll-, Zeit- und Risikoaspekten Aufmerksamkeit schenken.

Internationalisierungspfade
Abb.: Internationalisierungspfade (Quelle: In Anlehnung an Macharzina, K. (2003), S. 863)

Quellen:

Becker, Jochen: Marketingkonzeption – Grundlagen des ziel-strategischen und operativen Marketing-Managements, Verlag Franz Vahlen, München 2002

Dülfer, Eberhard: Internationales Management in unterschiedlichen Kulturbereichen, Oldenbourg Verlag, München 1995

Macharzina, Klaus: Unternehmensführung – Das internationale Managementwissen - Konzepte, Methoden, Praxis,     Gabler Verlag, Wiesbaden 2003

Stahr, Gunter: Internationales Marketing - Reihe Modernes Marketing für Studium und Praxis, Hrsg.: Hans Christian Weis, Friedrich Kiehl Verlag, Ludwigshafen 1993


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